Ergonomische Tastatur

Die meisten ergonomischen Produkte werden auf Anhieb als angenehm empfunden. Leider ist dies bei ergonomischen Tastauren anders: Sie sind gewöhnungsbedürftig.

Deshalb schrecken sehr viele Computerbenutzer davor zurück, was wiederum, durch die mangelnde Nachfrage, ein geringes Angebot nach sich zieht. Trotzdem gibt es inzwischen ein paar renommierte Hersteller, die ergonomische Tastauren anbieten.

Das RSI-Syndrom

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RSI bedeutet Repetitive Strain Injury, zu Deutsch: Verletzung durch wiederkehrende Belastung. Damit sind Schmerzen in Nacken, Schultern, Armen und Gelenken gemeint, die unspezifisch sind und nicht unbedingt nachweisbare anatomische Veränderungen mit sich bringen.

Das mag der Grund sein, warum in Deutschland (im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern) das RSI-Syndrom nicht als Berufskrankheit anerkannt ist. Jedoch wird in den Bestimmungen der Bildschirmarbeitsschutzverordnung auch darauf hingewiesen, dass ein ergonomischer Arbeitsplatz so gestaltet sein muss, dass (unter anderem) die Nacken- und Schultermuskulatur entspannt sein kann.

Besonders durch die normale PC-Maus wird der Unterarmbereich konstant gestresst, so dass Personen die viel mit der Maus arbeiten mit der Zeit Schmerzen im Unterarm und Handgelenk bekommen. Auch Sehnenscheidenentzündungen sind nicht selten. Eine ergonomische Maus kann helfen diese Probleme zu verhindern oder nach dem Auftreten zu mildern. Eigentlich schade dass nicht alle Arbeitsplätze mit solchen ergonomischen Modellen ausgestattet werden. Sie sind nicht viel teurer als normale PC-Mäuse.
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Die ergonomische Tastatur

Um dies zu erreichen, muss die Tastatur so positioniert werden, dass der Oberarm-Unterarm-Winkel 90-100 Grad beträgt und die Arme abgestützt werden können. In der Regel sind die Armlehnen dafür zu weit weg vom Körper angebracht, sodass das Abstützen durch die Handballen die bessere Lösung ist.

Die Handballen sollten weich gelagert sein. Die Handgelenke dürfen beim Schreiben nicht abgeknickt und möglichst wenig verdreht werden. Führt man die ausgestreckten Hände zusammen, entsteht so etwa ein A. Diese natürliche Haltung sollte nachgebildet werden. Der Weg vom Buchstabenbereich der Tastatur zur Maus sollte nicht mehr als 20 – 25 Zentimeter betragen.

Daraus resultieren folgende Anforderungen an eine ergonomische Tastatur:
Die Tastatur sollte eine Neigung von 5 – 15 Grad haben. Die Tastatur sollte in der Mitte geteilt sein, die Lücke sollte etwa A-förmig sein. Da dadurch eine ergonomische Tastatur breiter wird, ist es vorteilhaft, wenn der Nummernblock abgetrennt ist. Dann ist er frei positionierbar, z.B. für Linkshänder, und der Weg zur Maus verkürzt sich. Optimalerweise ist eine Handballenstütze integriert.

Alternativ zur geteilten Tastatur werden wellenförmige Tastaturen angeboten. Diese sind nur suboptimal, aber weniger gewöhnungsbedürftig. Daher, und weil sie (noch) etwas billiger sind, werden sie öfter gekauft. Beim Kauf muss man auf das deutsche Layout achten (qwertz) und darauf, dass die Zeichen gut zu erkennen sind. Die Tasten sollten einen spürbaren Druckpunkt haben. Das Feedback für „erfolgreichen“ Tastenanschlag sorgt für entspannteres Schreiben.

Testkriterien für den ergonomische Tastaturen Test

Weil das Online-Hardware-Magazin Hardware-Mag bei einer Umfrage festgestellt hat, dass ein Viertel ihrer Leser auf der Suche nach guten ergonomischen Tastaturen ist, hat es fünf Tastaturen bekannter Hersteller bezüglich Ergonomie, Verarbeitung und Sondertasten (wichtig für komplexe Programme und Games) getestet (May 17, 2008) sowie das Preis-Leistungsverhältnis bewertet:

Das Ergebnis: Die beste Ergonomie bot das Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000, der Preis-Leistungssieger war das Microsoft Comfort Curve Keyboard. Die beiden Tastaturen von Hama und Genius sind ergonomisch nicht ausgereift , bieten aber viele Sondertasten und eine gut Qualität. Wenn man die Umgewöhnung auf eine zweigeteilte Tastatur scheut, ist das Logitech Wave Keyboard eine gute Wahl.

Weitere Empfehlungen

Neue, gut beurteilte, wellenförmige Tastatur: Logitech K350
Für Laptops: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard 6000
Für Gamer: Hama cruX Gaming Keyboard
Zweigeteilte Tatstauren: Goldtouch Ergonomic Keyboard und Fujitsu KBPC E 89

Interessanter Ansatz: Das ergoMotion Keyboard von SmartFish ist eine ergonomisch geformte Tastatur, die abhängig von der Schreibfrequenz regelmäßig ihre Form und Position leicht verändert und so dem RSI-Syndrom vorbeugen will.

Fazit für ergonomische Tastaturen

Kaum ein Arbeitsplatz kommt heute ohne Computer aus und Schreibarbeiten zu Hause werden fast ausschließlich am PC erledigt. Gute ergonomische Tastaturen kosten zwar mehr als Standard-Tastaturen, sind aber eine gute Investition für entspanntes Arbeiten. Langfristig betrachtet sollte man sich frühzeitig, wenn möglich schon als Kind, an eine zweigeteilte Tastatur gewöhnen.

Aber Vorsicht, es kommt nicht nur auf die Tastatur an, sondern auch auf den richtigen Bürostuhl, Tischhöhe, und Monitor höhe. In den meisten Firmen kann der Betriebsrat einen Experten nennen der bei der optimalen Ausrichtung das Arbeitsplatzes helfen kann.

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